"Brandamer Schuster"
Josef Wöhrle war ein armer Mann, der einen für und ungewöhnliche Einstellung zu Geld und Arbeit hatte. Seine Arbeitswoche dauerte von Mittwoch bis Freitagnachmittag, also knapp 3 Tage. Am Freitagnachmittag fand er in der Wirtschaft meist eine gute Gesellschaft vor, die er mit seinen lustigen Erzählungen und Witzen unterhielt. Dafür lies er sich von seine Zuhörern das Essen und manche Halbe bezahlen. "Ond no hend dia Leit deam schuster wieder a Halbe zahlt ond an Schanps, no hot der der wieder oin so Schnokahupfer auf da andre brocht". Genauso machte er es am Samstag und am Sonntag! am Montag dann musste er sich erholen. Und am Dienstag bereitet er sich auf seine ersten Arbeitstag den Mittwoch vor.
Der Schuhmacherkollege Thomas Heinrich brauchte eine rolle Leder aus Abstgmünd. Auf dem Weg nach Hause kehrte er in dem Gasthaus in Hinterbrand ein. Die beiden trafen sich und erzählten gemeinsam Witze und sangen eine Lied nach dem andern.
Weil Josef Wöhrle eine steifes Bein hatte und am stock ging, schlug er die Schuhnägel an diesem von innen nach außen, damit er einen besseren Halt Hatte. Wenn er öfters ein paar Promille zuviel hatte setzte man Ihn auf seine Spazierstock und trug Ihn zu zweit nach Hause, wo Ihn seine 10 Jahre ältere Frau erwartungsvoll empfing! Deshalb riet er jedem:
"Deant amol des netta, daß euer Weib 10 Johr älter ischt!"
aus Walter Weller "WIR" erzählt von Hans Lenz
"Die Kuh"
Wir hatten eine prachtvolle Kuh, die bei jeder Gelegenheit alleine zu Ihrem Bräutigam, dem Gemeindefarren, ins benachbarte Hütten ging. Vor Einbruch der Dunkelheit kehrte sie wieder zurück in unseren Stall. Als einmal die Haustür offen stand, spazierte sie unbemerkt in den Hausgang und stieg die schmale Treppe hinauf. Erst durch ein sonderbares klirrendes Geräusch aufgeschreckt, sahen wir den kopf er Kuh aus dem zerbrochenem Stubenfenster im 1. Stock schauen. Wir hatten unsere liebe Not, die Kuh wieder die steilen Treppen hinunter zu bekommen.
aus Walter Weller "WIR" erzählt von
Xaver Rief